Barthaar vs. Kopfhaar – wo liegt der Unterschied?

Haare erfüllen längst nicht nur praktische Funktionen, sondern dienen auch der Selbstdarstellung. So haben wir in der heutigen Zeit Haare in allen möglichen Formen und Farben. Auch der Bart ist neben dem Kopfhaar zum Styling Accessoire geworden. Doch wie unterscheiden sich unsere Haare eigentlich voneinander?

In diesem Artikel erwarten Dich folgende Themen:

Wir wissen zwar, dass es Unterschiede in den Haaren gibt, doch wissen die wenigsten von uns worin sich diese eigentlich genau unterscheiden. Ebenfalls mögen viele denken, dass Männern etwa mehr Körperbehaarung als Frauen haben. Doch die Haarwachstumszellen von Männer und Frauen unterscheiden sich so gut wie gar nicht, allerdings die Haardichte- und Stärke dieser. Ausnahme bilden hier die Kopfhaare.

Was sind Haare?

Bevor wir auf Unterschied zwischen Kopfhaar und Barthaar eingehen, solltest Du zunächst wissen, woraus Haare überhaupt bestehen. Haare bestehen genauso wie Fingernägel aus einer Hornsubstanz – dem sogenannten Kreatin. Die Härchen wachsen aus sogenannten
Haarfollikeln heraus, die in unserer Haut verankert sind. Der Haarfollikel ist eine schräge Einstülpung in der Haut, in der das einzelne Haar verankert ist. An den oberen Teilen dieser Haarfollikel münden Talgdrüsen, die für die Fettproduktion auf der Kopfhaut zuständig sind.

So besteht jedes einzelnes Härchen aus bis zu 80 Prozent aus Kreatin (Eiweißen), aus 10 bis 15 Prozent Wasser, der Rest sind Pigmente, Mineralien und Lipide (Fette).

Funktionen der Haare

Haare erfüllen eine Schutzfunktion. So ist die zentrale Funktion von Körperbehaarung der Schutz vor äußeren Einflüssen wie beispielweise Wind und Kälte. Im Winter halten uns unsere Haare warm, während sie im Sommer uns vor UV-Strahlung schützen. Augenbrauen, Wimpern, Nasenhaare, sowie die Härchen im Gehörgang verhindern das Eindringen von Staub.

Haarmenge
Die Haarmenge von uns Menschen ist abhängig von der Haarfarbe. So haben Blonde mit 150.000 Haaren die meisten auf dem Kopf, Schwarzhaarige kommen auf rund 110.000 Haare, Brünette auf 100.000 und Rothaarige auf 80.000 Haare. Im Umkehrschluss heißt das für die Haare, dass blonde Haare feiner und dünner sind, während rote Haare dicker, stärker und „drahtiger“ sind.

Haarqualität
Haardicke liegt also nicht nur an der Haarfarbe selbst, sondern auch an den Genen. Von feinen Haaren spricht man bei Haaren mit einem Durchmesser von 0,04 bis 0,06 mm. Als normal dicken Haaren sprechen wir, wenn das Haar einen Durchmesser zwischen 0,08 und 0,1 mm aufweist. Asiaten haben im Vergleich zu Europäern beispielsweise deutlich dickere Haare. So liegt der asiatische Durchschnitt bei einem Haar-Durchmesser von 0,08 bis 0,12 mm. Daneben haben Asiaten natürlich glatte Haare, was der Form und der Verankerung ihrer Follikel geschuldet sind. Die Follikel sind im Vergleich zu den europäischen kreisförmig, wohingegen Europäer eher ovalförmige Öffnungen der Haarfollikeln haben.

Das B-Vitamin Biotin ist an Stoffwechselprozessen des Körpers beteiligt und unterstützt sogenannte Keratin-Proteine und damit den Erhalt gesunder Haare. Kreatin ist dabei als Baustein der Haut und Haare für eine gesunde Haut und dem Erhalt der Haare verantwortlich.

Haarwachstum

Haare wachsen durchschnittlich 0,3 bis 0,5 mm pro Tag. So liegt das durchschnittliche Haarwachstum bei 1 bis 1,5 cm pro Monat oder 12 bis 15 cm pro Jahr. Dieses Wachstum steht jedoch in Abhängigkeit zu Alter, Hormonstatus und der ethnischen Zugehörigkeit. So wachsen die Haare von Asiaten durchschnittlich schneller, als beispielweise afrikanisches Haar, welches im Vergleich zu anderen Ethnien langsamer wächst.

Die Haartypen

Lanugo Haar

Schon im Bauch Deiner Mutter fangen Deine Haare an sich zu bilden. Allerdings fallen diese Härchen spätestens vier Monate nach der Geburt aus. Diese Härchen sind kurz, weich und ungefärbt.

Vellus Haar

Den größten Teil unserer Körperbehaarung bilden die sogenannten Vellushaare. Davon sind bis zu fünf Millionen (abzüglich der Kopfbehaarung) auf unseren gesamten Körper verteilt – bei Mann & Frau. Diese Härchen sind so fein, dass man sie mit dem bloßen Auge kaum erkennen kann. Sie sind kurz, fein und hell gefärbt und befinden sich mit wenigen Ausnahmen am gesamten Körper. Zu den Ausnahmen gehören Lippen, Handflächen und Füßen. Die Follikel dieser Härchen sind mit keiner Talgdrüse verbunden und produzieren somit kein Fett.

Terminal Haar

Terminal Haare befinden sich hauptsächlich am Kopf. Terminal Haare sind vergleichsweise länger, dicker und dunkler als all die anderen Haare am Körper. In der Pubertät ersetzt das Terminal Haar schrittweise das Vellushaar im Schambereich und den Achselhöhlen. Insbesondere Männer können auch Terminalhaare anstelle von Vellushaaren an Brust, Gliedmaßen, Brust, Füßen Rücken und Gesicht entwickeln. Ab der Pubertät wandeln Männer schrittweise bis zu 90% ihrer Vellushaare in Terminalhaare um, während die Umwandlung bei Frauen nur lediglich nur bis zu ca. 35% liegt.

Was ist der Unterschied zwischen Bart- und Kopfhaar?

Die grundlegenden Unterschiede zwischen Haaren auf dem Kopf und den im Gesicht (Barthaare) in ihrer Textur und Dicke. Männliche Hormone (Androgene), wie zum Beispiel Testosteron, sind Hauptregulatoren des Bartwuchses. Das androgene Haarwachstum ist also abhängig von dem Hormon Testosteron. In der Regel heißt das also, je mehr Testosteron der Mann produziert, desto stärken Bartwuchs hat er. Ironischerweise kann auch Testosteron für den Haarausfall im mittleren Alter bei Männern verantwortlich sein.

Zink fördert das Haarwachstum, da es den Energiestoffwechsel ankurbelt und dadurch die Nährstoffversorgung der Haut- und Haarwurzel steigert. So begünstigt Zink nicht nur das Haar selbst, sondern auch die Kopfhaut, wodurch die Haare besser nachwachsen können. Zink-Mangelerscheinungen können deshalb zu diffusem Haarausfall und Schuppenbildung führen.

Ein weiterer interessanter Unterschied zwischen dem Kopf- und Barthaar ist die Wachstumsgeschwindigkeit. Während Kopfhaare durchschnittlich 0,3 mm pro Tag wachsen, sind es bei den Barthaaren durchschnittlich 0,4 mm pro Tag. Barthaare sind tendenziell dicker als Kopfhaar und haben eine viel drahtigere Textur. Auch die Haut unter den Haaren ist anders beschaffen. So ist die Haut im Gesicht viel empfindlicher gegenüber dem Hormon Testosteron. Das Hormon sorgt dafür, dass die Follikel im Gesicht sich verdrehen und die daraus resultierenden Haare drahtig werden. Deshalb unterscheiden sich die Barthaare von ihrer Dicke und Textur von denen auf den Kopf.

Doch auch beim Barthaarwachstum spielen genetische Faktoren und äußere Einflussfaktoren eine Rolle. So können Einflussfaktoren wie Stress, zu wenig Schlaf, die Ernährung, Jahreszeit und sportliche Aktivitäten ebenfalls auf das Wachstum abfärben.

Warum haben Frauen eigentlich keine Bärte?

Wahrscheinlich kannst Du diese Frage bereits selbst beantworten. Die Antwort darauf führt vor allem auf das Hormon Testosteron zurück. Obwohl also Männer und Frauen dieselbe Anzahl von Follikelzellen im Gesicht haben, sind bei Frauen diese weniger empfindlich gegenüber Testosteron. Daneben ist die tägliche Testosteronproduktion, sowie der Testosteronspiegel des Mannes wesentlich höher als der der Frau.

Kommt es bei Frauen zu einem weiblichen Bartwachstum, kann dies das Ergebnis eines hormonellen Ungleichgewichts sein, beispielsweise nach der Menopause.

Fazit

Haare sind nicht gleich Haare. Man unterscheidet grundlegend in Lanugo-, Vellus- und Terminalhaaren. Haarwachstum, Haardichte, Haardicke und Haarausfall sind zum Großteil genetisch bedingt. So hat beispielsweise die Ethnie eines Menschen, sowie äußere Umweltfaktoren einen Einfluss auf die Haare. Speziell die Kröper- und Gesichtsbehaarung des Mannes unterscheidet sich durch das androgene Hormon Testosteron, gegenüber der Frau. So steuert der erhöhte Testosteronspiegel des Mannes unter anderem den Bartwuchs, sowie die Stärke der Körperbehaarung.

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