Nassrasur – was ist nass rasieren und wie geht es richtig?

Wir alle wissen mehr oder weniger (eher mehr) was eine Rasur ist. Spätestens mit den Anfängen der Pubertät greifen die meisten von uns zur Klinge, die Gründe dafür reichen von der Ästhetik bis zur Hygiene. Doch weißt Du auch was genau eine Nass- oder Trockenrasur ausmacht und was man bei ihr beachten sollte, um Hautirritationen zu vermeiden?

In diesem Artikel erwarten Dich folgende Themen:

Das Wort Rasur stammt aus dem Lateinischen und bedeutet so viel wie „das Schaben“, bzw. „das Kratzen“. Unter einer Rasur versteht man also das Schneiden der Haare bis kurz über der obersten Hautschicht mit einer Klinge. Aus Höhlenmalereien geht hervor, dass Menschen bereits vor 25.000 Jahren mit Hilfe von geschärften Steinen, sowie Muschen ihre Körperbehaarung entfernten.

Was ist ein Nassrasierer?

Die ersten Nassrasierer, wie wir sie heute kennen, wurden Ende des neunzehnten Jahrhunderts mit der Entwicklung des Rasierhobels [was ist ein Rasierhobel] eingeführt. So kam es erstmals zum Einsatz einer Rasierklinge, die im Hobelkopf eingebracht wurde und nur wenige Millimeter aus diesem herausragt.

Streng genommen zählen auch die sogenannten Rasiermesser zu den Nassrasierern. Diese kamen bereits vor dem Rasierhobel zum Einsatz. So zählt man neben dem Rasiermesser und den Rasierhobel auch die moderneren Systemrasierer [was ist ein Systemrasierer] zu den Nassrasierern.

Als Nassrasierer kann man somit jeden Rasierer mit einer „offenen“ Klinge bezeichnen, die in direkten Kontakt mit der Haut kommen können. Damit werden also alle Elektrorasierer ausgeschlossen, dessen Klingelelemente durch den Scherkopf nicht in direkten Kontakt mit der Haut kommen können.

Daneben teilen alle Nassrasierer die Eigenschaft miteinander, dass sie im besten Fall „nass“ angewendet werden – daher kommt auch der Name ”Nassrasierer”.

Was ist eine Nassrasur?

Die Antwort auf diese Frage kannst Du Dir wahrscheinlich bereits denken. Eine Nassrasur ist nichts anderes als das Rasieren in Kombination von ”Wasser”.

Zur Vorbereitung der Nassrasur werden zunächst Bart- oder Körperhaare mit warmen Wasser angefeuchtet. Doch neben Wasser benutzt man zusätzliche Pflegemittel wie Rasiercreme, Rasierschaum, Rasierseife oder Rasiergel. Erst mit dem Zusatz von Pflegemittel spricht man im klassischen Sinne von einer Nassrasur. Ohne Pflegemittel ist die Nassrasur unter der Dusche vielleicht noch machbar, allerdings empfehlen wir selbst da Pflegemittel.

Gute Alternativen zu diesen Pflegemitteln, stellen Rasieröle dar. Rasieröl enthält sogenannte Tannine, die entzündungshemmende und blutstillende Wirkungen besitzen. 

Die Vorbereitung zur Nassrasur dient dem Zweck, die Haut und Barthaare mit den Pflegemitteln einweichen zu lassen. Dafür muss das Pflegemittel in der Regel bis drei Minuten einwirken, um seine Wirkung zu erzielen. Die eingeweichte Haut ist elastischer, während die eingeweichten Haare leichter von der Klinge erfasst werden und das Pflegemittel einen leichten Film auf der Haut bildet, was wiederum die Gleitfähigkeit der Klingen auf der Haut verbessert.

Der Abschluss der Nassrasur setzt sich ebenfalls mit der Anwendung von Wasser zusammen. Hier sollte kaltes Wasser verwendet werden, damit sich die Poren nach der Rasur schließen können, was dem Regenerationsprozess der Haut zugutekommt. Die geschlossenen Poren verringern auch das Risiko auf Hautirritationen. Weiter ist es empfehlenswert nach der Nassrasur ein entzündungshemmendes Aftershave-Balsam ohne Alkohol aufzutragen. Wir empfehlen Mittel wie Hamamelis-, Aloe Vera- oder Panthenol.

So geht nass rasieren richtig

Du hast Hautirritationen nach Deiner Nassrasur satt und wünschst Dir eine gründliche und reibungslose Nassrasur? Dann befolge die folgenden Schritte und Deine Chancen auf eine perfekte Nassrasur steigen um ein Vielfaches!

1. Hautpartie gründlich reinigen

Bevor Du mit der Rasur startest, solltest Du Deine gewählte Hautpartie gründlich reinigen (wir nehmen mal das Gesicht als Beispiel). Wasch Dir Dein Gesicht am besten mit einer antibakteriellen Seife, um deine Haut von entzündungsfördernden Bakterien zu befreien. Ebenfalls empfehlen wir Dir, wenn es dein Hauttyp zulässt, Dein Gesicht einmal wöchentlich zu peelen. Damit entfernst du abgestorbene Hautzellen und mögliche Überreste wie Härchen. Ist Deine Haut erst einmal von diesen Überresten befreit, geht die Rasur gleich viel reibungsloser von statten.

2. Pre-Shave-Produkt auftragen

Ob Du nun letztendlich Rasierschaum, -gel, -creme oder Rasierseife benutzt, ist eine Frage des persönlichen Geschmacks. Wir empfehlen auf Pflegemitteln zurückzugreifen, die keinen Alkohol enthalten, da Alkohol die Haut austrocknet.

3. Pre-Shave-Produkt erstmal einwirken lassen

Das Einwirken lassen von Pflegeprodukten ist wichtig, da diese nur so ihre volle Wirkung entfalten können. Du solltest dabei Pre-Save-Produkte mindestens zwei Minuten einwirken lassen, so können Haut und Härchen die Feuchtigkeit erst richtig aufnehmen und aufweichen. Das erhöht übrigens auch die Lebensdauer Deiner Klingen!

4. Greife zu hochwertigen Klingen

Gerade bei sensibler Haut, dankt es Dir Deine Haut, wenn deine Klingen scharf und nicht etwa stumpf sind. Daneben raten wir von billigen Einweg-Rasierern ab, die auch oftmals nur minderwertigen Klingen ausgestattet sind. Genauso wichtig ist die Sauberkeit Deiner Klingen. Unsaubere Klingen sind nur der ideale Nährboden für Bakterien und erhöhen somit das Infektionsrisiko.

5. Vermeide unnötige Reibung

Reibung bei der Rasur kann zu Mikroverletzungen führen und das wiederum zu Hautirritationen. Also solltest Du unnötige Reibung vermeiden. Das geht beispielweise indem Du nicht mehrfach über bereits glatt rasierte Stelle fährst. Ist der Rasierer, bzw. die Klinge scharf reichen in der Regel zwei bis drei Züge mit der Klinge.

So ist es nicht verwunderlich, dass Systemrasierer mit mehreren Klingen sich sogar nachteilig auf Hautirritationen nach der Rasur auswirken können. Ein Systemrasierer mit fünf Klingen verursacht also logischerweise mehr Reibung als ein Rasierhobel mit nur einer Klinge. Dementsprechend muss ein Systemrasierer mit mehreren Klingen nicht immer besser sein, als ein Systemrasierer mit weniger Klingen.

Erfahrungen zeigen, dass Systemrasierer mit drei Klingen keine schlechteren Ergebnisse liefern, als Systemrasierer mit fünf Klingen. Diese Aussage steht natürlich in Relation zur Qualität des Modells. Hier solltest Du nur darauf achten, dass Du bei der Benutzung von Systemrasierern mit mehreren Klingen, auf unnötige Reibung verzichtest. In der Regel brauchen Systemrasierer mit mehreren Klingen auch weniger Rasurzüge als Modelle mit weniger Klingen.

6. Bewahre Spannung auf der Haut

Bei der Rasur sollte die Haut stets gespannt sein. Auf der gespannten Haut kann die Klinge besser gleiten, was die Verletzungsgefahr reduziert.

7. Die richtige Reihenfolge

Man kann sich darüber streiten, ob es eine richtige Reihenfolge gibt. Doch wir möchten hier kurz die Vorteile der Einhaltung einer bestimmten Reihenfolge beleuchten.

Da nicht alle Barthaare im Gesicht dieselbe Struktur aufweisen, macht es mehr Sinn die Barthaare mit den stärkeren Strukturen als Letztes zu rasieren. Das hat vor allem den Vorteil, dass man damit den Pflegemitteln noch mehr Zeit gibt auf diese Stellen einzuwirken. Anfangen sollte man mit den Wangen, dann dem Hals und zuletzt die Oberlippe und Kinn.

8. Mit dem Strich rasieren

Um unnötige Hautreizungen zu vermeiden, hilft es mit dem Strich zu rasieren. Ob eine Rasur gegen den Strich für Dich in Frage kommt, liegt vor allem an Deiner Hautempfindlichkeit und der Stärke Deiner Haare. Mit einer scharfen Klinge und einer gründlichen Rasur, solltest Du mit dem Strich ähnlich glatte Ergebnisse, wie gegen den Strich erreichen.

9. Klinge/n während der Rasur abspülen

Du solltest deine Klinge/n während der Rasur unter warmen Wasser mehrmals gründlich abspülen, damit sie nicht ”verstopfen”. Bleiben nach dem Abspülen noch Überreste wie Haare, beispielsweise zwischen den Klingen Deines Systemrasierers, klopfe diesen vorsichtig am Waschbeckenrand ab. Alternativ kannst Du auch mit einer Reinigungsbürste nachhelfen.

10. Regelmäßiger Klingenwechsel

Klingen werden nach einiger Zeit stumpf und müssen ausgetauscht werden. Der Zeitpunkt richtet sich dabei nicht an einen bestimmten Zeitpunkt, sondern an der Beanspruchung selbst. Rasierst Du dich täglich und am ganzen Körper müssen die Klingen schneller ausgetasucht werden, als wenn Du Dich beispielsweise nur einmal wöchentlich rasierst. Wir empfehlen die Klingen nach sieben bis 10 Rasuren auszutauschen.

Die Scherköpfe eines Elektrorasierers sollten etwa alle 12 bis 18 Monate ausgetauscht werden. Die Klingen eines Nassrasierers etwa nach sieben bis 12 Rasuren.

11. After-Shave-Prozedur & Produkt anwenden

Nach der Rasur solltest Du Dein Gesicht von jeglichen Seifen- und Bartresten erst einmal mit warmen Wasser und abschließend mit kaltem Wasser abspülen. Das kalte Wasser schließt die Poren und reduziert das Infektionsrisiko. Anschließend kannst Du eine Feuchtigkeitscreme (ohne Alkohol) auftragen und den Regenerationsprozess der Haut zu fördern.

Fazit

Befolgst Du diese einfachen Schritte bei Deiner Rasur, wirst du deutlich weniger häufig mit Rötungen, Pickel, Juckreiz oder Brennen nach Deiner Rasur kämpfen müssen. Doch beachte, dass Deine Haut sich erstmal auf neue Methoden einstellen muss. Wechselst Du Pflegeprodukte oder Rasierer, kann Dein Körper entsprechend reagieren. Auch gibt es keine Garantie, dass auch für Dich jede Methode funktioniert. Nicht jede Person verträgt jedes Pflegemittel oder die Nassrasur. Letztendlich kommt es hier immer auf das eigene Hautbild und Empfindlichkeit der Haut an. Dennoch solltest Du mit diesen Tipps bestens für eine reibungslose und erfolgreiche Nassrasur gewappnet sein.

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