Nach der Klingenrasur brennt der Hals, am nächsten Tag sind rote Pünktchen da. Ein Elektrorasierer kann dann eine Entlastung sein. Der britische Gesundheitsdienst NHS rät bei eingewachsenen Haaren, es mit einem Elektrorasierer statt einer Nassrasur zu versuchen und mindestens 1 mm Stoppeln stehen zu lassen.
Das Gerät allein löst das Problem aber nicht. Wie fest du drückst, wie oft du über dieselbe Stelle fährst und ob der Scherkopf sauber und intakt ist, entscheidet mit. Ein Aufdruck „für empfindliche Haut“ ist eine Herstelleraussage.
Warum ein Elektrorasierer der Haut helfen kann
Beim Folienrasierer liegt eine dünne Folie zwischen Haut und Klingen. Braun beschreibt das so, dass die Haut keinen Kontakt mit den Klingen hat. Wie Rotationsrasierer aufgebaut sind und worin sich die beiden Systeme unterscheiden, erklärt Folienrasierer oder Rotationsrasierer.
Bei eingewachsenen Haaren solltest du keine möglichst hautnahe Rasur anstreben; der NHS empfiehlt ausdrücklich, nicht zu nah zu rasieren. Wer mit mehr Druck und vielen Zügen nachhilft, um es glatter zu bekommen, verliert den Vorteil wieder.
Welche Merkmale zählen
Die Hersteller bewerben verschiedene Merkmale für empfindliche Haut. Alle folgenden Angaben sind Herstellerbeschreibungen für die genannten Modelle.
- Einen Hautschutzbügel: Braun nennt für Series 9 den SkinGuard, einen Metallbügel, der Hautschäden verhindern soll.
- Eine Gleitbeschichtung: Philips gibt für den Series 7000 S7887/78 eine Beschichtung an, die die Gleitfähigkeit laut Philips um bis zu 30 Prozent gegenüber nicht beschichtetem Material verbessert, dazu eine Bewegungserkennung, die zu weniger Zügen anleiten soll.
- Wet & Dry: Mit Schaum oder Gel rasierst du nur mit Geräten, die der Hersteller dafür freigibt. Philips unterscheidet abwaschbare Modelle von solchen für die Nassrasur; Braun schreibt, Schaum oder Gel mache die Haut geschmeidiger und weniger anfällig für Irritationen.
Am meisten Gewicht hat Wet & Dry. Es gibt dir eine zweite Methode, wenn die Trockenrasur die Haut reizt. Wie das abläuft, steht unter Elektrorasierer mit Schaum oder Gel. Bügel und Beschichtungen sind Ergänzungen, deren Nutzen du nur an deiner eigenen Haut beurteilen kannst.
Für die Nassrasur gelten Sicherheitsregeln. Philips schreibt, das Gerät immer kabellos zu verwenden, wenn Wasser, Schaum oder Gel im Spiel sind. Braun verlangt in der Anleitung zur Series 9, Typ 5793, den Rasierer vor der Verwendung mit Wasser vom Stromnetz zu trennen und Kabel und Ladestation trocken zu halten.
Technik: wenig Druck, wenige Züge
Braun warnt, dass zu festes Andrücken das Risiko von Rasurbrand erhöhen kann, und empfiehlt gleichmäßigen Druck. Weniger Züge senken laut Braun das Risiko von Irritationen.
Für die Trockenrasur rät Braun, das Gesicht vorher nicht zu waschen, weil die Haut danach oft leicht angeschwollen ist.
Die Bewegung hängt vom System ab. Die Braun-Anleitung zur Series 9 (Typ 5793) nennt: Rasierer im rechten Winkel zur Haut halten, Haut mit der freien Hand straffen, gegen die Wuchsrichtung rasieren. Philips rät für seine Rotationsrasierer, mit sanftem Druck langsam kreisend über die Haut zu fahren.
Der NHS bei eingewachsenen Haaren und die amerikanische Dermatologengesellschaft AAD bei Rasierpickeln raten dagegen, in Wuchsrichtung zu rasieren. Reizt die Haut an einer Stelle trotz leichter Führung immer wieder, ist das der Hebel, den du dort ausprobieren kannst: ein Durchgang mit dem Strich, auch wenn das Ergebnis weniger glatt wird.
Der Haut Zeit geben
Nach dem Umstieg braucht die Haut Zeit. Philips nennt für ein neues Rasiersystem eine Eingewöhnung von zwei bis drei Wochen und schreibt, dass sich die Haut auch an neue Scherköpfe erst anpassen muss. Wie du die ersten Wochen beurteilst, erklärt Umstieg auf den Elektrorasierer.
Wechsle in dieser Phase nicht gleichzeitig Gerät, Technik und Pflegeprodukte. Sonst kannst du nicht zuordnen, was die Haut beruhigt hat.
Scherkopf sauber und intakt halten
Die AAD rät, einen Elektrorasierer alle fünf bis sieben Rasuren zu reinigen. Nach einer Rasur mit Schaum oder Gel spülst du den Scherkopf laut Braun-Anleitung immer unter fließendem Wasser ab, bei diesem Gerät kabellos.
Die Scherfolie darf laut Braun nicht mit der Bürste gereinigt werden, weil sie sonst beschädigt werden kann. Den ganzen Ablauf beschreibt Elektrorasierer reinigen.
Eine beschädigte Scherfolie verwendest du laut Braun-Anleitung nicht weiter. Auch ohne sichtbaren Schaden empfiehlt Braun für diesen Typ, die Scherteile alle 18 Monate zu wechseln.
Auf der Serviceseite verbindet Braun regelmäßiges Reinigen und Wechseln ausdrücklich mit weniger Hautreizungen. Wie du das passende Teil findest, steht unter Scherkopf wechseln.
Wann die Haut ärztlich angeschaut werden sollte
Der NHS rät, zum Arzt zu gehen, wenn ein eingewachsenes Haar oder die Haut darum sehr schmerzhaft, heiß oder geschwollen ist, oder wenn Fieber, Schüttelfrost oder ein starkes Krankheitsgefühl dazukommen. Die AAD empfiehlt einen Hautarzt, wenn Rasierpickel trotz geänderter Gewohnheiten bleiben.
Für die Ursachen von Rasurbrand jenseits des Geräts und die Pflege danach lies Rasurbrand vermeiden.



