IPL-Geräte für zu Hause: Wie sie wirken und wo ihre Grenzen liegen

Weißes IPL-Gerät mit rechteckigem Lichtfenster steht neben einem gefalteten dunkelblauen Handtuch auf einer hellen Badablage.

Wie ein IPL-Gerät Haare mit Lichtimpulsen reduziert, für welche Haar- und Hautfarben es laut Herstellern taugt, wie der Behandlungsplan aussieht und wann du es nicht benutzt.

Ein IPL-Gerät für zu Hause verringert den Haarwuchs mit Lichtimpulsen über mehrere Wochen. Es wirkt nur bei ausreichend pigmentierten Haaren auf heller bis mittlerer Haut, braucht einen festen Behandlungsplan und entfernt Haare nicht mit einer einzigen Sitzung dauerhaft. Bei hellblonden, roten, grauen oder weißen Haaren bringt es laut Herstellern nichts, bei sehr dunkler Haut ist es zu riskant.

Ob es zu dir passt, entscheiden also zuerst Haarfarbe, Hautton und eine Liste von Gegenanzeigen, die die Hersteller in ihren Anleitungen führen. Erst danach lohnt der Blick auf Aufsätze und Ausstattung.

So wirkt das Licht im Haar

IPL steht für „Intense Pulsed Light“, also intensives gepulstes Licht aus einer Blitzlampe. Laut dem Schweizer Bundesamt für Gesundheit (BAG) nimmt der Farbstoff Melanin das Licht auf, dabei entsteht Wärme. Laut Philips nehmen die Haarwurzeln die Lichtimpulse auf, und zwar umso besser, je heller die Haut und je dunkler das Haar ist.

Wirksam ist der Impuls nur bei Haaren, die gerade wachsen. Weil nie alle Haare gleichzeitig in dieser Phase sind, sieht Braun mehrere Behandlungen vor. Eine einzelne Sitzung reicht deshalb nie.

Passt IPL zu deinem Haar und deiner Haut?

Für die Haarfarbe zählt, wie viel Pigment das Haar enthält. Braun nennt für den Silk-expert Pro natürlich blondes bis dunkelbraunes oder schwarzes Haar als geeignet. Hellblondes, rotes, graues oder weißes Haar nimmt laut Braun zu wenig Licht auf.

Die Anleitung der Philips Lumea schließt dieselben hellen Farben aus und verweist auf eine eigene Haarfarbentabelle. Wo genau die Grenze zwischen „natürlich blond“ und „hellblond“ liegt, zeigt also die Tabelle deines Geräts.

Beim Hautton geht es um Sicherheit. Dunklere Haut enthält mehr Melanin und nimmt laut Braun unter Umständen mehr Lichtenergie auf, als sicher ist. Philips rät bei dunkelbrauner bis schwarzbrauner Haut ab, weil Schmerzen, Rötungen oder Verbrennungen drohen.

Prüf die Tabelle für jede Körperstelle einzeln, denn laut Philips können sich Hautton und Haarfarbe zwischen den Körperregionen unterscheiden. Ein eingebauter Hautsensor ist eine zusätzliche Sperre, kein Ersatz für diese Prüfung. Bei der Lumea-Reihe BRI950 bis BRI977 misst er den Hautton und blockiert den Impuls, wenn die Stelle zu dunkel ist.

Wann du das Gerät nicht benutzt

Die Gegenanzeigen sind lang, und sie gehören zur Kaufentscheidung. Die Lumea-Anleitung schließt unter anderem aus:

  • Personen unter 18 oder über 65 Jahren sowie Schwangerschaft und Stillzeit
  • aktive Implantate wie Herzschrittmacher oder Insulinpumpe
  • Isotretinoin in den letzten sechs Monaten, lichtempfindlich machende Medikamente und eine Reihe weiterer Arzneimittel und Erkrankungen, die die Anleitung einzeln aufzählt
  • gebräunte, sonnenverbrannte, gereizte oder verletzte Haut
  • Muttermale, Tattoos, Narben und stärker pigmentierte Stellen

Zur Sonne verlangt Philips, die Haut vier Wochen vor und zwei Wochen nach einer Behandlung keinem direkten natürlichen oder künstlichen Sonnenlicht auszusetzen. Muttermale und andere Hautauffälligkeiten behandelst du laut Philips nicht ohne ärztliche Beratung, weil Verbrennungen und Verfärbungen die Diagnose von Hautkrankheiten erschweren können. Bist du unsicher, ob ein Punkt der Liste auf dich zutrifft, klär das vor dem Kauf ärztlich.

Für Männer gelten zusätzliche Grenzen. Braun erlaubt den Silk-expert Pro bei Männern von den Schultern abwärts, also an Brust, Rücken, Armen, Bauch und Beinen, aber nicht im Gesicht, im Nacken oder im Genitalbereich. Philips schließt bei Männern Gesicht, den gesamten Hals einschließlich aller Bartzonen und den Genitalbereich aus, weil die Haut dort Verbrennungen erleiden kann.

Welche Methoden für die Intimzone in Frage kommen, ordnet der Ratgeber zur Haarentfernung im Intimbereich ein.

Der Behandlungsplan entscheidet über das Ergebnis

Vor jeder Sitzung entfernst du die sichtbaren Haare, zum Beispiel mit dem Rasierer. Die Haut muss sauber und trocken sein. Philips verlangt nach Wachs eine Pause von 24 Stunden und untersagt Enthaarungscreme an den behandelten Stellen.

Vor jeder Behandlung sieht die Lumea-Anleitung einen Hauttest vor. Dafür behandelst du für jede Intensitätsstufe eine andere kleine Hautstelle, nicht dieselbe Stelle mehrfach. Nach 24 Stunden wählst du die höchste Stufe, die angenehm war und keine Hautreaktion ausgelöst hat.

Die Pläne unterscheiden sich je nach Hersteller und gehören zum jeweiligen Gerät:

Gerät Anfangsphase Danach
Philips Lumea BRI950–BRI977 vier Behandlungen im Abstand von zwei Wochen alle vier Wochen, acht Nachbehandlungen
Braun Silk-expert Pro einmal pro Woche für 4 bis 12 Wochen nach Bedarf, etwa alle ein bis zwei Monate

Häufiger behandeln bringt nichts. Philips schreibt, dass mehr Sitzungen die Reduktion nicht verstärken und in der Anfangsphase das Risiko von Hautreaktionen erhöhen. Nach zwei bis drei Behandlungen soll laut Philips eine deutliche Verringerung sichtbar sein.

Augen und Warnzeichen

Bei den Augen gehen die Angaben auseinander. Das BAG empfiehlt ausdrücklich auch bei IPL-Geräten für zu Hause eine Schutzbrille. Philips und Braun halten bei ihren Geräten keine für nötig; Braun begründet das mit Sensoren, die nur bei Hautkontakt einen Blitz auslösen.

Schau nie in den Blitz und arbeite in einem gut beleuchteten Raum, wie es Philips verlangt. Eine Sonnen- oder Schutzbrille erlaubt Philips ausdrücklich, wenn dir das Licht unangenehm ist. Braun schließt die Anwendung in der Nähe der Augen aus.

Juckreiz oder ein warmes Gefühl klingen laut Philips meist innerhalb einiger Stunden ab, eine Rötung kann bis zu einen Tag anhalten. Hält sie länger an, wertet Philips das als Zeichen einer Verbrennung. Bei Verbrennungen, Blasen oder einer entzündeten, infizierten Stelle unterbrichst du die Behandlung und lässt die Haut ärztlich ansehen. Die Stelle behandelst du erst wieder, wenn sie vollständig verheilt ist, und dann mit niedrigerer Stufe.

IPL zu Hause oder Laser in Praxis und Studio

IPL-Geräte sind keine Laser. Die kanadische Dermatologengesellschaft (CDA) beschreibt IPL als weniger wirksam als Laser, weil es mehr umliegendes Gewebe erwärmt. Sie nennt außerdem ein höheres Verbrennungsrisiko, besonders bei dunkler Haut.

Für die Laserbehandlung nennt die American Academy of Dermatology (AAD) meist zwei bis sechs Sitzungen im Abstand von vier bis sechs Wochen. Viele Behandelte bleiben danach Monate bis Jahre haarfrei, manche brauchen Auffrischungen.

In Deutschland dürfen Kosmetikstudios und andere gewerbliche Anbieter Laser und intensive Lichtquellen seit dem 31.12.2022 nur noch mit nachgewiesener Fachkunde einsetzen. Das schreibt das Bundesumweltministerium. Frag im Studio danach, bevor du einen Termin machst.

Das Heimgerät lohnt sich, wenn deine Haare und deine Haut in der Tabelle des Herstellers liegen, keine Gegenanzeige zutrifft und du den Plan über Monate durchhältst. Fehlt eine dieser Bedingungen, bleiben Rasur, Epilieren oder eine Beratung in der Praxis die bessere Wahl.

Häufige Fragen

Ist IPL dauerhafte Haarentfernung?

Nicht im Sinne von „nie wieder Haare“. Philips spricht von langanhaltender Haarentfernung und empfiehlt Nachbehandlungen alle vier Wochen. Kommen nach den Nachbehandlungen wieder Haare, rät Philips, die Anfangsphase neu zu starten.

Darf ich zwischen den Sitzungen rasieren oder epilieren?

Ja. Philips erlaubt zwischen den Behandlungen deine übliche Methode, nur keine Enthaarungscreme. Eine ausgelassene IPL-Sitzung durch Wachs oder Epilieren zu ersetzen, verbessert das Ergebnis laut Philips aber nicht.

Kann ich mir als Mann den Rücken allein behandeln?

Braun erlaubt den Rücken bei Männern ausdrücklich. Das Gerät muss für jeden Impuls mit vollem Hautkontakt aufliegen. Erreichst du die Mitte des Rückens so nicht sicher, hilft eine zweite Person; mehr dazu im Ratgeber zum Rückenhaare entfernen.

Quellen

  1. Behandlungen mit Laser und IPL: So schützen Sie sich – Bundesamt für Gesundheit (Schweiz)
  2. FAQ Strahlenschutz bei kosmetischen und nichtmedizinischen Anwendungen – Bundesumweltministerium
  3. Lumea BRI950–BRI977 Bedienungsanleitung (deutscher Teil) – Philips
  4. Ist Philips Lumea für alle Hauttöne und Körperhaarfarben geeignet? – Philips
  5. Hat die Verwendung von Philips Lumea Nebenwirkungen? – Philips
  6. Silk-expert IPL: Anwendung & Tipps zur Haarentfernung – Braun
  7. Laser hair removal: FAQs – American Academy of Dermatology
  8. Hair Removal & Reduction – Canadian Dermatology Association