Mit Akne im Gesicht kannst du dich rasieren. Ob nass oder elektrisch besser ist, ist laut gesundheitsinformation.de nicht gut untersucht. Klar ist dort nur: Wer die Haut zu stark bearbeitet, fördert Entzündungen und kann Narben begünstigen. Es kommt deshalb darauf an, vorsichtig zu rasieren und die Haut so wenig wie möglich zu verletzen.
Konkret heißt das: scharfe Klinge, wenig Druck, Züge in Wuchsrichtung und nie über einen Pickel hinweg „rasieren wollen“. Das Werkzeug wählst du nach dem, was deine Haut besser verträgt.
Nass oder elektrisch: Was die Fachquellen sagen
Die American Academy of Dermatology (AAD) rät Männern mit Akne, Elektrorasierer und Klingenrasierer auszuprobieren und den zu behalten, der am besten funktioniert. Eine feste Empfehlung für eine der beiden Arten gibt sie nicht; auch gesundheitsinformation.de nennt keine, weil der Vergleich nicht gut untersucht ist.
Gib einem Wechsel etwas Zeit. Philips nennt für seine Rasierer zwei bis drei Wochen, um sich an ein neues Gerät zu gewöhnen; was in dieser Zeit normal ist, beschreibt Elektrorasierer: die Eingewöhnung. Bleibst du bei der Nassrasur, zählt vor allem eine scharfe Klinge.
So rasierst du, wenn Pickel da sind
Die AAD beschreibt die Schritte für eine schonende Rasur:
- Mach Haut und Barthaare mit Wasser weich, am besten direkt nach dem Duschen.
- Trag Rasiercreme oder Rasiergel auf. Bei sehr trockener oder empfindlicher Haut nimmst du ein Produkt mit dem Hinweis „für empfindliche Haut“.
- Rasier in Wuchsrichtung und spül die Klinge nach jedem Zug ab.
- Nimm eine scharfe Klinge und rasier mit leichter Hand, damit du dich nicht schneidest.
Der wichtigste Punkt aus der AAD-Anleitung: Versuch nie, Pickel abzurasieren. Das kann die Akne ebenso verschlimmern wie ein Schnitt. Ausdrücken ist auch keine Lösung; Druck kann Eiter laut gesundheitsinformation.de tiefer in die Haut schieben und die Entzündung verstärken.
Vor der Rasur wäschst du das Gesicht mit einem milden, nicht komedogenen Reiniger, also einem Produkt, das laut NHS die Poren nicht verstopft. Die AAD rät, den Reiniger mit den Fingerspitzen aufzutragen; Waschlappen, Schwämme und andere Hilfsmittel können die Haut beim Schrubben reizen.
Werkzeug sauber halten
- Lass den Rasierer zwischen zwei Rasuren vollständig trocknen und bewahr ihn nicht in der Dusche oder auf dem nassen Waschbecken auf. So beugst du laut AAD Bakterien am Rasierer vor.
- Wechsle die Klinge oder den Einwegrasierer nach fünf bis sieben Rasuren (AAD).
- Teil den Rasierer nicht. In einem Sicherheitsfaltblatt von Philips heißt es, aus Hygienegründen solle das Gerät nur eine Person benutzen.
- Reinige den Elektrorasierer so, wie es die Anleitung deines Modells vorsieht; die Wege beschreibt Elektrorasierer reinigen.
Hat dein Rasierer einen Aufsatz mit Gesichtsreinigungsbürste, lies dazu die Sicherheitshinweise. Philips untersagt im genannten Faltblatt die Reinigungsbürste unter anderem bei schwerer Akne, Hautinfektionen und Entzündungen.
Eine zusätzliche Desinfektion wegen Akne nennt die AAD-Rasieranleitung nicht; sie setzt auf Abspülen, vollständiges Trocknen und regelmäßigen Klingenwechsel. Für die darin beschriebenen Rasierer untersagt das Philips-Faltblatt Druckluft, Scheuermittel und aggressive Flüssigkeiten zur Reinigung. Mehr zur Frage steht in Muss ich meinen Rasierer desinfizieren?.
Pflege nach der Rasur
Nach der Rasur nimmst du milde Produkte mit dem Hinweis „alkoholfrei“; dazu rät die AAD in ihren Pflegetipps bei Akne. Meiden sollst du laut AAD Produkte, die die Haut reizen können, darunter Adstringenzien (zusammenziehende Mittel), Gesichtswasser und Peelings. Für dein Aftershave heißt das: alkoholfrei und ohne zusammenziehende Wirkung. Mehr dazu in Aftershave mit oder ohne Alkohol und Peeling vor der Rasur.
Als Pflege nennt gesundheitsinformation.de leichte Öl-in-Wasser-Emulsionen oder Hydrogele. Sehr fetthaltige Produkte können die Poren verstopfen. Welche Creme deine Haut verträgt, lässt sich laut der Seite schwer vorhersagen; das findest du nur über Ausprobieren heraus.
Akne oder Rasierpickel?
Nicht jeder Pickel im Bartbereich ist Akne. DermNet beschreibt Rasierpickel (Pseudofollikulitis barbae) als akneähnliche Entzündung, die entsteht, wenn frisch geschnittene Haare zurück in die Haut wachsen. Sie sitzen typischerweise am Hals und unter der Kieferlinie und treten mit Klingenrasierern häufiger auf als mit Elektrorasierern.
Tauchen die Knötchen vor allem nach der Rasur und dort auf, wo du rasierst, lohnt der Blick in Rasierpickel vermeiden.
Wenn du wegen Akne behandelt wirst
Manche Aknemittel schränken ein, was du deiner Haut zumuten solltest. Für Isotretinoin-Kapseln nennt der NHS eine Liste, was du während der Einnahme lassen sollst: kein Waxing und keine Laser-Haarentfernung, keine Mikrodermabrasion oder chemischen Peelings, keine Pflegeprodukte mit Salicylsäure oder Benzoylperoxid. Die Rasur steht nicht auf dieser Liste. Sprich alles Weitere zur Haarentfernung mit der Praxis ab, die dich behandelt.
Wann ärztlicher Rat sinnvoll ist
Der NHS rät zum Arztbesuch, wenn du die Akne selbst behandelst und sie nicht besser wird, wenn du viele Pickel, tiefe schmerzhafte Pickel oder Narben hast, wenn die Haut heiß, geschwollen und rot wird oder wenn die Akne dich seelisch belastet. Eine ärztliche Behandlung kann laut gesundheitsinformation.de auch Narben vorbeugen.
Häufige Fragen
Wie oft darf ich mich mit Akne rasieren?
Eine feste Zahl nennen die Quellen nicht. Maßgeblich ist, dass jede Rasur die Haut so wenig wie möglich verletzt. Rötet sich die Haut nach jeder Rasur stärker, rasier sanfter und prüf Klinge oder Gerät.
Gesundheit
Dieser Ratgeber erklärt Pflege und Vorbeugung. Er ersetzt keine ärztliche Untersuchung. Bei starken, sich ausbreitenden oder anhaltenden Beschwerden lass die Haut ärztlich ansehen.




